Lexikon · 127 Begriffe
Skate-Lexikon
Alle Begriffe des Skateboardings klar erklärt: Tricks, Board-Anatomie, Straßenslang, Kultur. Wenn du etwas gehört hast und nicht weißt, was es bedeutet — hier ist es.
A
- ABD Already Been Done. Wenn jemand einen Trick macht, den an diesem Spot schon ein anderer Pro gestanden hat.
- ABEC Industrieskala (1, 3, 5, 7, 9), die die Maßgenauigkeit von Kugellagern misst. Sie misst NICHT ihre Skate-Qualität.
- Axle Die dünne Metallachse, die aus dem Hanger ragt und auf der du die Rollen montierst. Ihre Breite muss zu deinem Deck passen.
B
- Backside Richtung eines Tricks oder Drehs, bei der der Rücken des Skaters zum Hindernis bzw. zur Außenseite der Kurve zeigt.
- Bail Bewusst von der Board abspringen, bevor du stürzt, um den Slam zu vermeiden. Ein kontrollierter Abgang.
- Banger Der beeindruckendste Trick eines Skaters in einer Session oder Video Part. Wird meist fürs Ende aufgehoben.
- Bank Einfache schräge Ebene (ohne Kurvung), genutzt, um Speed zu holen oder Tricks daraus zu machen.
- Baseplate Das flache Teil des Trucks, das ans Deck geschraubt wird. Vier Schrauben pro Baseplate.
- Bearing (Kugellager) Rundes Metallteil in der Rolle, das sie auf der Axle drehen lässt. Jede Rolle hat 2.
- Boardslide Slide, bei dem das Board mit der Mitte über die Kante gleitet, Achsen auf beiden Seiten der Kante.
- Bolts (Schrauben) Die 8 Schrauben, die die Trucks ans Deck halten. Sie sitzen in den Löchern des Decks.
- Bonk Kurz die Vorderrollen gegen ein Hindernis tippen (ohne zu grinden) und zurück aufs Board.
- Bowl Konkave Struktur wie ein leerer Pool, in der Transitions und Aerials geskatet werden.
- Bushings Die zwei Gummis im Truck, die ihn drehen lassen. Ihre Härte bestimmt das Fahrgefühl.
- Bust Wenn Security oder Polizei dich von einem Spot wegschickt. Ein "busted" Spot ist einer, wo man dich immer wegschickt.
C
- Carve Eine Rampe oder Wand in langen Kurven statt in geraden Linien hoch- oder runterfahren.
- Channel Gap Offene Lücke in einer Rampe, die man fliegend überqueren muss, meist mit einer Stange oben.
- Clips Jede einzelne gefilmte Aufnahme eines Tricks. Die Grundeinheit des Skate-Videos.
- Concave Die Querwölbung des Decks. Reicht von "flach" (low) bis "ausgeprägt" (high). Bestimmt, wie sehr das Deck den Fuß "umschließt".
- Coping Die Metallkante (Rohr) oben an einer Rampe, einem Bowl oder einer Quarter Pipe. Hier werden Grinds und Stalls gemacht.
- Cruiser Skateboard zum bequemen Fortbewegen und Cruisen, nicht für Tricks.
D
- Deck Das Board selbst, ohne Grip und Trucks. Was umgangssprachlich "das Board" heißt, ist im Jargon eigentlich das "Deck".
- DIY Spot Von Skatern selbst gebauter Spot, meist ohne Genehmigung, mit Beton von Hand.
- Durometer Maß für die Härte des Rollen-Urethans. Die A-Skala reicht von 78A (weich) bis 101A (sehr hart).
F
- Fakie Rückwärts fahren bei beibehaltenem natürlichem Stance. Das Board rollt Richtung Tail statt Nose.
- Filmer Person, die die Skater filmt. Eine Rolle wie der Kameramann beim Film.
- First Try Wenn ein Skater einen Trick beim ersten Versuch steht. Das Respektierteste in einer Session.
- Fisheye Ultra-Weitwinkelobjektiv mit bauchigem Effekt. Eine Ästhetik fast synonym mit Skate-Video.
- Flat Spot Flache Stelle an der Rolle durch aggressive Slides oder lange Powerslides. Lässt die Rolle vibrieren.
- Flatbar Horizontales Rail ohne Gefälle. Die "Amateur"-Version des Handrails, ohne Treppe darunter.
- Flatground Skaten auf flachem Boden, ohne Rampen, Rails oder Ledges. Die technische Basis von allem anderen.
- Flip in Einen Flip machen, BEVOR du in einen Grind, Slide oder Manual gehst. Das Technischste im Street.
- Flip out Einen Flip machen, beim HERAUSGEHEN aus einem Grind, Slide oder Manual. Die technische Obergrenze im Street.
- Flow Die Flüssigkeit, mit der ein Skater Speed, Tricks und Lines verbindet, ohne dass die Anstrengung sichtbar wird.
- Frontside Richtung eines Tricks oder Drehs, bei der die Brust des Skaters zum Hindernis bzw. zur Außenseite der Kurve zeigt.
- Fun Box Vielseitiges Hindernis, das Rampe + Rail + Ledge + Stufen kombiniert. Typisch für Skateparks.
G
- Game of S.K.A.T.E. Spiel unter Skatern: Einer macht einen Trick, der andere muss ihn nachmachen; Fehlen gibt einen Buchstaben von S-K-A-T-E.
- Gap Leerer Zwischenraum, den ein Skater per Ollie "überwindet". Von klein (eine Handspanne) bis riesig (mehrere Meter).
- Gnarly Adjektiv. Etwas Extremes, Heftiges, Intensives. Kann positiv (Trick) oder negativ (Sturz) sein.
- Goofy Stance mit dem rechten Fuß vorne am Board. Etwa 35-40 % der Skater sind Goofy.
- Grind Die Achsen (nicht das Board) über eine Kante, ein Geländer oder ein Rohr gleiten lassen. Dutzende Varianten je nach Achse und Art.
- Griptape Die raue, selbstklebende Folie auf der Oberseite des Decks, die dem Fuß Halt gibt.
- Grom Skater-Kind oder sehr junger Skater (typisch 6-14 Jahre). Liebevoller Begriff der Skate-Community.
H
- Half-Pipe U-förmige Rampe mit zwei vertikalen Wänden und einer Flat-Zone in der Mitte. Die Wände enden im Coping.
- Handrail Geländer, das eine Treppe hinunterführt. Das kompromissloseste Hindernis im Street-Skaten.
- Hanger Das große Truck-Teil, in dem die Bushings sitzen. Es trägt die in Millimetern eingravierten Maße (143, 145, 147, 149...).
- Heelflip Variante des Kickflips, bei der das Board in die Gegenrichtung dreht, "gekickt" mit der Ferse des vorderen Fußes nach außen.
- Hesh Punkiger/roher Skate-Stil: einfache Klamotten, große Boards, schwere Transition. Das Gegenteil von "Tech" oder "Fresh".
- Hip Ecke, an der zwei Rampen im Winkel zusammentreffen, genutzt, um von einer zur anderen zu springen.
- Hubba Schräges Ledge, das parallel zu einer Treppe abfällt, gemacht zum Grinden und Sliden bergab.
K
- Kickflip Trick, bei dem das Board sich beim Springen um 360° horizontal um die Längsachse dreht, "gekickt" mit der Seite des vorderen Fußes.
- Kicktail Die Aufbiegung der Board-Enden nach oben (Nose und Tail). Sie ermöglicht Ollies und Tricks.
- Kingpin Die große zentrale Schraube des Trucks, die die Bushings spannt. Bestimmt, wie "hart" oder "weich" der Truck dreht.
- Komplettboard Fertig montiertes, fahrbereites Skateboard. Was du kaufst, wenn du nicht jedes Teil einzeln wählen willst.
- Kook Jemand, der sich wie ein Skater gibt, aber ohne echtes Können. Die meistgebrauchte Beleidigung im Skatepark.
L
- Ledge 90-Grad-Kante wie eine Bank oder niedrige Mauer. Das beliebteste Hindernis im Street-Skaten.
- Line Folge mehrerer Tricks hintereinander, ohne dazwischen aufzuhören zu fahren. Das Gegenteil eines Single Tricks.
- Local Skater, der einen bestimmten Spot oder Skatepark regelmäßig fährt und ihn in- und auswendig kennt.
- Longboard Langes Board, ausgerichtet auf Cruising, Carving und Downhill, nicht auf Street-Tricks.
M
- Mall Grab Das Board am Truck statt am Deck tragen. Von der Community als "Wannabe"-Ding angesehen.
- Manny Pad Niedrige erhöhte Plattform, speziell für Manuals genutzt.
- Mini-Ramp Half-Pipe geringerer Höhe (typisch 1-2 Meter) ohne Vertikale. Sehr beliebt, um Transition zu lernen.
- Mongo Das Skate mit dem vorderen Fuß anschieben (statt mit dem hinteren), während der hintere auf dem Tail bleibt.
N
- NBD Never Been Done. Trick, der zum ersten Mal an einem bestimmten Spot gemacht wird. Das Höchste an Innovation.
- New School Das moderne Skaten seit den 90ern: symmetrisches Popsicle, technischer Street und Flips überall.
- Nollie Variante des Ollie, bei der der "Snap" mit dem vorderen Fuß gegen den Nose erfolgt, nicht mit dem hinteren gegen das Tail.
- Nose Das vordere Ende des Boards. Auch nach oben gebogen (Kicktail), aber meist einen Tick länger als das Tail.
- Nosegrind Grind, bei dem nur die vordere Achse über die Kante gleitet, mit dem Tail in der Luft.
O
- Old School Das Skaten der 70er und 80er: breite Fisch-Boards, Vert, Pool und Tricks der alten Schule.
- Ollie Der Basissprung des Skatens. Lässt das Board vom Boden abheben, ohne es mit den Händen zu greifen. Die Basis fast aller anderen Tricks.
- Opener Erster Trick einer Video Part. Gibt den Ton für den Rest vor. Wichtig, ihn gut zu wählen.
P
- Plaza Offener urbaner Spot mit mehreren Hindernissen (Treppen, Rails, Ledges), die skatebar sind.
- Pool Coping Coping aus Beton (nicht Metall), typisch für Bowls und Pools. Rauer, bremst den Grind.
- Pop Die Fähigkeit des Boards zu "springen", wenn du aufs Tail schlägst. Das ermöglicht hohe Ollies.
- Pop Shove-it Trick, bei dem das Board sich um 180° horizontal dreht (von oben gesehen), ohne dass dein Körper dreht. Dein hinterer Fuß "schleudert" das Board.
- Poser Jemand, der sich wie ein Skater kleidet, aber gar nicht skatet. Klassische Beleidigung der 90er.
- Pumping Auf einer Rampe Speed erzeugen, indem man die Knie beugt und mit dem Körper drückt, ohne den Fuß auf den Boden zu setzen.
- Pumptrack Geschlossener Rundkurs aus Wellen und überhöhten Kurven, wo man durch Pumpen Speed gewinnt, ohne zu schieben.
- Pyramide / Pyramid Struktur mit 4 schrägen Seiten, die eine Pyramide bilden. Erlaubt Tricks in jede Richtung.
R
- Rad Etwas sehr Cooles, Heftiges oder Beeindruckendes. Klassiker des 80er-Skate-Slangs.
- Rail Horizontale Metallstange, auf der Grinds und Slides gemacht werden. Die Elite des Street-Skatens.
- Razor Tail Scharfe Abnutzung des Tails (oder Nose) durch ständiges Schaben am Boden.
- Regular Stance mit dem linken Fuß vorne am Board. Etwa 60-65 % der Skater sind Regular.
- Ripper Extrem guter Skater. Das höchste Kompliment im Skate-Slang.
- Riser Teil aus Plastik/Urethan zwischen Board und Truck. Erhöht die Bauhöhe, damit die Rolle das Board nicht berührt.
S
- Scorpion Sturz, bei dem du auf der Brust landest und die Trägheit dir die Beine Richtung Kopf biegt, wie ein Skorpion.
- Sesh Kurzform von "Session": eine Skate-Runde, meist mit Kumpels.
- Setup Das komplette Zusammenstellung deines Skates: Deck, Trucks, Rollen, Kugellager, Grip. Was wir "dein Skate" nennen.
- Shape Die Form des Decks: Silhouette, Nose- und Tail-Breite, Umriss und Concave.
- Shinner Der klassische Schlag der Board-Kante gegen das Schienbein beim verpatzten Flip.
- Shred Verb. "Hart skaten". Auch als Ausruf genutzt: "lass uns shredden!".
- Skate Rated Bones-Einstufung für Kugellager. Alternative zur Industrie-ABEC, misst, was fürs Skaten zählt.
- Skatepark Etiquette Die ungeschriebenen Regeln des Zusammenlebens und Respekts im Skatepark.
- Sketchy Trick, der zwar steht, aber hässlich, ohne Style, mit Sturzrisiko. Das Gegenteil von "clean" oder "steezy".
- Slam Heftiger Sturz. Wenn du dich mit dem Board richtig hinlegst.
- Slide Das Board (nicht die Achsen) über eine Kante oder ein Hindernis gleiten lassen. Das Board steht senkrecht zur Kante.
- Snake Skater, der sich mitten in die Line eines anderen im Skatepark drängelt. Sehr verpöntes Verhalten.
- Snake Run Schlängelnder Verlauf gekurvter Wände, der Zonen eines Skateparks oder Bowls verbindet.
- Spacer Metallzylinder in der Rolle, zwischen den zwei Kugellagern. Verhindert, dass sie sich beim Anziehen der Mutter zusammendrücken.
- Speed Cream Bones' eigenes Kugellager-Schmiermittel. In vielen Bones-Packs enthalten.
- Speed Wobble Unkontrollierbares Hin-und-her-Schwingen des Boards bei zu viel Speed.
- Spine Zwei Quarter Pipes Rücken an Rücken mit verbundenem Coping oben. Erlaubt Transfer-Tricks.
- Sponsor-me Tape Video, das ein Amateur-Skater an Marken schickt, um gesignt zu werden. Tradition der 90er, die es noch gibt.
- Spot Jeder Ort, an dem geskatet wird. Kann ein offizieller Park oder ein urbaner Ort sein.
- Stall Einen Moment stationär auf dem Coping einer Rampe verharren. Es gibt Dutzende Varianten.
- Steeze Das Substantiv zu "steezy". Der persönliche Stil, mit dem ein Skater seine Tricks macht.
- Steezy Mischung aus "style" + "easy". Einen Trick mit viel Stil und scheinbarer Leichtigkeit machen.
- Stoked Sehr aufgeregt oder motiviert sein, meist wegen des Skatens oder weil man einen Trick gestanden hat.
- Street Auf urbanen Hindernissen skaten: Bordsteine, Treppen, Geländer, Plazas. Die populärste Disziplin des modernen Skatens.
- Switch (Stance) Entgegen deinem natürlichen Stance skaten: Wenn du Regular bist, ist Switch skaten, als wärst du Goofy.
T
- Tail Das hintere Ende des Boards, wo der hintere Fuß steht. Nach oben gebogen (Kicktail).
- Tech Skate-Stil mit Fokus auf sehr technische Tricks und präzise Kombinationen.
- Transfer Von einer Rampe oder einem Hindernis zu einem anderen wechseln, im selben Flug oder derselben Line.
- Transition / Tranny Jede gekurvte Fläche (Rampen, Bowls, Banks). Das Gegenteil von Street/Flatground.
- Truck (Achse) Die Metallkonstruktion, die das Board mit den Rollen verbindet. Jedes Skate hat 2 Trucks (einen vorne, einen hinten).
V
- Vert Skate-Disziplin auf vertikalen Rampen (3-4 Meter). Über das Coping hinaus für Aerials.
- Video Part Zusammenstellung der Clips eines Skaters in einem offiziellen Video. Ein zentraler Pro-Meilenstein.
- VX (Sony VX1000) Legendäre Kamera der Skate-Videos der 90er-2000er. Ikonischer Look, unmöglich zu reproduzieren.
W
- Washers (Unterlegscheiben) Metallscheiben zwischen Kugellager und Achsmutter. Kommen mit den Trucks.
- Wax Wachs, das auf Ledges und Rails aufgetragen wird, um Reibung zu senken und sliden zu können.
- Wheelbase Der Abstand zwischen den Schraubengruppen, wo die Trucks montiert werden. Größerer Wheelbase = mehr Stabilität.
- Wheelbite Wenn die Rolle beim Lenken das Board berührt und dich abrupt stoppt. Verursacht dumme Stürze.