Bevor du deinen ersten Push machst oder deinen ersten Ollie versuchst, musst du eine grundlegende Sache wissen: ob du Goofy (rechter Fuß vorne) oder Regular (linker Fuß vorne) bist. Das ist keine bewusste Entscheidung – und niemand weiß genau, warum manche Menschen sich mit einem bestimmten Fuß vorne wohler fühlen, ohne jemals zuvor geskatet zu sein. Dasselbe Phänomen gibt es beim Surfen und Snowboarden.
Hier zeigen wir dir die zuverlässigsten Tests, um es in 30 Sekunden herauszufinden.
Was Goofy und Regular bedeuten
- Regular: linker Fuß vorne auf dem Deck, rechter Fuß auf dem Tail. 60–65 % aller Skater.
- Goofy: rechter Fuß vorne, linker Fuß auf dem Tail. 35–40 % aller Skater.
Der Begriff „Goofy” kommt von der Disney-Figur – Goofy stand im Kurzfilm „Hawaiian Holiday” von 1937 mit dem rechten Fuß vorne auf einem Board.
Es hat nichts damit zu tun, ob du Rechts- oder Linkshänder bist. Es gibt Rechtshänder, die Goofy skaten, und Linkshänder, die Regular fahren. Es ist unabhängig davon – fast ein körperlicher Instinkt.
Hier kannst du das Originalvideo sehen, das dem Begriff seinen Namen gab:
Test 1: der „Schubs von hinten” (der zuverlässigste)
Der meistgenutzte Test in jeder Skateschule:
- Jemand stellt sich unangekündigt hinter dich.
- Er schubst dich sanft von hinten nach vorne.
- Dein Körper macht einen Schritt, um nicht zu fallen.
- Der Fuß, den du nach vorne setzt, ist dein vorderer Fuß auf dem Board.
Du setzt den linken Fuß vor → du bist Regular. Du setzt den rechten Fuß vor → du bist Goofy.
Warum das funktioniert: Dein Körper wählt instinktiv den Fuß, mit dem er sich am besten ausbalanciert, wenn Sturzgefahr besteht. Genau dieser Fuß gehört auf einem Board nach vorne.
Test 2: der Tritt gegen den Ball
Denk daran, mit welchem Fuß du einen Ball trittst.
- Du trittst mit rechts → dein linker Fuß ist der Standfuß (du balancierst dich darauf) → du bist Regular (links vorne).
- Du trittst mit links → dein rechter Fuß ist der Standfuß → du bist Goofy (rechts vorne).
Achtung: Dieser Test stimmt nicht immer mit dem Schubs-Test überein. Wenn beide übereinstimmen, hast du deine Antwort. Wenn nicht, vertrau lieber Test 1.
Test 3: „Surfen auf dem Teppich”
Falls du einen etwas rutschigen Teppich hast:
- Stell dich mit beiden Füßen auf den Teppich.
- Nimm Schwung und gleite drüber, als wärst du auf einem Slide.
- Der Fuß, den du automatisch nach vorne bringst, um dich abzubremsen oder zu balancieren, ist dein vorderer Fuß beim Skaten.
Variante: Mach es auf Socken auf einem Holz- oder Parkettboden.
Test 4: das erste Mal auf dem Board
Falls du ein Board zur Hand hast:
- Leg es auf einen flachen, rutschfesten Untergrund (Teppich, Gras).
- Steig auf, ohne groß nachzudenken.
- Der Fuß, mit dem du zuerst aufsteigst, ist meistens dein hinterer Fuß (der auf dem Tail).
Beispiel: Steigst du zuerst mit dem linken Fuß auf, gehört der linke Fuß auf das Tail → du bist Goofy (rechts vorne).
Dieser Test ist weniger zuverlässig als Test 1, weil du manchmal unbewusst eine Entscheidung triffst. Deshalb bleibt der Schubs-Test der König.
Was tun, wenn die Tests nicht übereinstimmen
Wenn alle 4 Tests unterschiedliche Ergebnisse liefern, gehörst du zu den wenigen „stance-beidhändigen” Skatern. Drei Optionen:
- Probier es 1–2 Wochen lang auf dem Board mit dem Stance, den Test 1 dir gezeigt hat. Schau, ob du dich wohl fühlst. Wenn nicht, probier den anderen.
- Fang direkt an, BEIDE zu üben (Regular und Switch). Switch zu lernen wird für dich einfacher sein als für die meisten anderen.
- Frag einen befreundeten Skater, der dich in den ersten Tagen beobachtet – er erkennt deinen natürlichen Instinkt schneller als du selbst.
Praktische Auswirkungen: Wie dein Stance dein Skaten beeinflusst
Dein Stance bestimmt ALLES:
- Fußposition bei jedem Trick (Ollies, Flips …): Die Füße haben je nach Stance spezifische Positionen.
- Trick-Namen: „Frontside” und „Backside” beziehen sich auf die Richtung, in die DEINE Brust zeigt. Für einen Goofy-Skater ist Frontside auf einer Seite; für einen Regular-Skater auf der anderen.
- Switch Stance: Du skatest entgegengesetzt zu deinem natürlichen Stance. Es ist die schwierigste Art zu skaten, macht aber auch den meisten Eindruck. Pros wie Mike Carroll oder Daewon Song sind für ihr Switch-Skating bekannt geworden.
- Nollie Stance: Füße auf dem Nose, Tail bleibt frei. „Nollie”-Varianten gibt es für jeden Trick.
Mongo: das Wort, das du hören wirst – und vermeiden solltest
Mongo = Schieben mit dem VORDEREN Fuß, während der hintere Fuß auf dem Tail bleibt. Das Gegenteil der richtigen Technik (Schieben mit dem hinteren Fuß, während der vordere auf dem Board bleibt).
Warum es als schlechte Technik gilt:
- Du verlierst bei jedem Trick 0,5 Sekunden, weil du den Fuß nach dem Schieben neu positionieren musst.
- Es sieht im Video komisch aus – Pros erkennen es sofort.
- In der Praxis verlässt du jeden Trick mit dem vorderen Fuß bereits in Position – Mongo zwingt dich, dich neu aufzustellen.
Die Ausnahme: Eric Koston (einer der legendärsten Pros überhaupt) ist dafür bekannt, Mongo zu schieben. Ein isolierter Ausnahmefall auf Elite-Niveau.
Wenn du anfängst: Lern von Tag 1 an, mit dem hinteren Fuß zu schieben. Auch wenn es sich anfangs seltsam anfühlt – nach zwei Wochen ist es normal.
Wie geht’s weiter?
- Wie du deinen ersten Ollie lernst – mit deinem bereits bekannten Stance.
- Wie du dein erstes Skateboard-Deck auswählst – das richtige Setup.
- Was ein komplettes Skate-Setup kostet – um gut zu planen.
- Die besten Skate-Tricks der Geschichte – für die Inspiration.
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